Forschung / 10.12.2014

Mit Forschungsförderung den Primärenergieverbrauch halbieren

Die Bundesregierung will mit der Projektförderung des NAPE dazu beitragen, den Primärenergieverbrauch in Deutschland bis 2050 zu halbieren. © Fotolia

Mit dem Anfang Dezember beschlossenen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz will die Bundesregierung die Energiewende weiter vorantreiben.
Sie will das Energiesystem in Deutschland effizienter machen. Bis 2050 soll nur noch halb so viel Primärenergie verbraucht werden. Dann sollen erneuerbare Energien 80 Prozent des Strom- beziehungsweise 60 Prozent des Endenergieverbrauchs decken.

Die Energieforschung soll zu einer sicheren, umweltverträglichen und bezahlbaren Versorgung beitragen. Dafür wird die anwendungsorientierte Forschung gestärkt. Dabei sind neue Informations- und Kommunikationstechnologien, Systemsicherheit und -zuverlässigkeit besonders wichtig.

Praxisorientierte Projekte werden gefördert

Die Grafik zeigt die Sofortmaßnahmen und weiterführende Prozesse des NAPE für die 18. Legislaturperiode. © BMWi

Mit dem Anfang Dezember beschlossenen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in der Industrie Projekte der Energieforschung, ausgehend von der Bereitstellung und Umwandlung über Transport, Verteilung sowie Speicherung bis zum Einsatz. Durch gemeinsame Vorhaben von Forschung und Unternehmen sollen neu entwickelte Verfahren oder Produkte möglichst schnell eingeführt werden.

Das BMWi verfolgt mit dem NAPE folgende Ziele:

  • Energie effizienter bereitstellen, nutzen und verteilen,
  • Treibhausgasemissionen senken,
  • Kosten reduzieren und gleichzeitig Wirkungsgrade und Produktion zu verbessern,
  • deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen wettbewerbsfähiger machen.

 

Effizienz-Netzwerke helfen, Energie zu sparen

Um schnellere Fortschritte zu erreichen, wurde mit der Wirtschaft vereinbart, bis zu 500 Energieeffizienz-Netzwerke aufzubauen. Ein Netzwerk besteht aus 8 bis 15 Unternehmen. Jedes entwickelt mit einem Energieberater ein Einsparziel, verbunden mit einem Maßnahmenkatalog. Die Firmen tauschen ihre Erfahrungen aus und beraten sich gegenseitig. In einem Netzwerk konnten die Betriebe ihre Energieproduktivität doppelt so schnell steigern wie der Branchendurchschnitt.

Förderschwerpunkte der Industrieforschung

Das Forschungsprogramm für Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen ist breit aufgestellt und umfasst:

  • Thermoprozesse, Abwärme-Nutzung, solare Prozesswärme,
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik,
  • mechanische, thermische und physikalisch-chemische Trennverfahren,
  • rationelle Stromnutzung, Hochtemperatursupraleitung,Kälte- und Wärmeerzeugung,
  • Materialeffizienz,
  • Antriebstechnik, chemische Prozesstechnik, Fertigungstechnik,
  • Reststoff-, Abfall und Wasserbehandlung sowie
  • Querschnittstechnologien

 

Alle für die Förderung geltenden Richtlinien, Merkblätter und Informationen können auf dem Förderportal des Bundes abgerufen werden.

Förderinformationen

Förderportal

Projektträger Jülich

Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD)
Dr. Rene Gail
r.gailfz-juelich.de

Weitere Informationen

Nationaler Aktionsplan (NAPE)
BMWi-Themenseite NAPE

Bundesbericht Energieforschung 2014
Forschungsförderung für die Energiewende

Erneuerbare Energien: Jahresbericht 2013 zur Forschungsförderung