Ein neues Verfahren geht in den Regelbetrieb

Carbid mit Kunststoffabfällen produzieren

Koks und Kohle teilweise durch Plastik ersetzt

© AlzChem Trostberg GmbH
Transportbehälter „Carbidflasche“ vor dem Gebäude des Carbidofens in Hart. © AlzChem
Produktionsverbund AlzChem Trostberg GmbH © AlzChem GmbH

Carbid ist ein wichtiger Grundstoff für die Düngemittelproduktion, bei der Herstellung von Roheisen und in weiteren Produkten der chemischen Industrie. Ein süddeutsches Chemieunternehmen hat ein neues Verfahren entwickelt, das die Verwertung von Kunststoffabfällen für die Produktion von Carbid erlaubt. Es wird der Kohlenstoff in den Kunststoffen bei der Carbidsynthese genutzt. Damit lässt sich jetzt ein Teil der für die Produktion verwendeten Schwarzstoffe Koks und Kohle durch den Sekundärrohstoff KBK (=Kunststoffbasierter Kohlenstoffträger) ersetzen.

„Die positiven Erfahrungen in der Betriebsphase haben gezeigt, dass Kunststoffe als Kohlenstoffträger in unserem Produktionsprozess verwendbar sind. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass wir im Jahr 2011 monatlich ca. 1.000 Tonnen verwerten. Die Anlieferung erfolgt per Bahn oder per LKW“, erläutert Jürgen Franke, zuständig für das Stoffstrommanagement in dem oberbayerischen Werk Hart der Firma AlzChem.

An die KBK werden spezifische Anforderungen gestellt. Neben der Einhaltung von Qualitätsparametern ist die physikalische Form entscheidend. Im Werk Hart können derzeit dreidimensionale Kunststoffabfälle, Pellets oder anpelletiertes Material eingesetzt werden. Zur stofflichen Verwertung eignen sich vor allem Stoffströme aus dem gewerblichen und  industriellen Bereich der Kunststoffverarbeitung. Es gelten hohe Ansprüche an die Qualität und Reinheit der KBK. Sie müssen geschreddert und vorselektiert sein.

Die AlzChem Trostberg GmbH arbeitet mit ausgewählten Lieferanten zusammen, die eine gleichbleibend hohe Qualität sicherstellen.

Selbst Kunststofffraktionen mit einem Chlorgehalt von bis zu 10 Gewichtsprozenten lassen sich verwenden. Der überwiegende Teil des Chlors findet sich als unkritisches Calciumchlorid im Ofenstaub wieder. Daher können die Experten der AlzChem gelassen bleiben, wenn KBK nicht sortenrein angeliefert werden. Darüber hinaus ist es sogar möglich, gezielt solche KBK einzusetzen, die sonst nur mit hohem Aufwand umweltverträglich verwertet werden.

Mehr zum Projekt

Energieeffizienter Betrieb eines Carbid-Niederschachtofens mittels Pyrolyse (Ofengasverstromung)

Abschlussbericht ist erhältlich als externer Download von der TIB Hannover.

Projektbeteiligte:

AlzChem Trostberg GmbH

Förderkennzeichen:

0327409A

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.