Die deutsche Wirtschaft spart bei der Produktion zunehmend Energie ein und kann mit weniger Aufwand mehr produzieren. Das lässt sich daran ablesen, dass die Energieproduktivität hierzulande seit 1990 um knapp 40 Prozent angestiegen ist; von 2000 bis 2010 stieg sie im Jahresdurchschnitt um 1,1 %.
Die Energieproduktivität gibt das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt und Primärenergieverbrauch wieder und ist ein Maß dafür, welcher Wert an wirtschaftlicher Leistung pro Einheit Primärenergie erzeugt wird. Durch intelligentere und damit effizientere Nutzung von Energie stieg die Energieproduktivität zwischen 1990 und 2010. Doch während das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 31 Prozent gewachsen ist, ging der Primärenergieverbrauch in dieser Zeit absolut nur um 6 Prozent zurück.
Die Bundesregierung hat sich in der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sowie in ihrem Energiekonzept der Bundesregierung das Ziel gesetzt, bis 2020 die Energieproduktivität gegenüber 1990 zu verdoppeln (siehe Abb. „Energieproduktivität“). Um dieses Ziel zu erreichen, wäre im verbleibenden Zeitraum bis 2020 eine Steigerung der Energieproduktivität von durchschnittlich etwa 3,7 Prozent erforderlich.

 

Zur Steigerung der Energieproduktivität haben auch Verbesserungen bei Kraftwerken (Neu- und Umbau, Steigerung der Wirkungsgrade) und die Erschließung von Energieeinsparpotenzialen in allen Wirtschaftsbereichen beigetragen. Eine höhere Energieproduktivität lässt sich über die Steigerung der Wirkungsgrade von Kohle- und Gaskraftwerken erreichen. Beispielsweise können Kraftwerke auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung die Energieverluste auf 10 bis 20 Prozent der eingesetzten Primärenergie reduzieren.

 

Durch Verbesserung von Prozessen und Antriebstechniken kann der hohe und steigende Stromverbrauch von Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungsbereich gebremst werden. Doch auch Effekte wie der Wandel der Wirtschaftsstruktur von energieintensiven Industriezweigen hin zu mehr Dienstleistung bewirken automatisch eine höhere Energieproduktivität.

 

Energieintensität

 

Die Energieintensität einer Volkswirtschaft – also der Kehrwert der Energieproduktivität – beschreibt, wie effizient sie mit Energie umgeht. Sie drückt aus, wie viel Einheiten an Primärenergie notwendig sind, um eine Geldeinheit des Bruttoinlandprodukts herzustellen. Damit gibt sie einen Hinweis darauf, ob das Bruttoinlandsprodukt mit einem gleich bleibenden oder sinkenden Einsatz von Primärenergie erzielt wird. Die Abbildung „Energieintensität“ zeigt, wie die Energieintensität der Wirtschaft in Deutschland gesunken ist. Während 1990 noch 8,7 MJ für die Erstellung eines Euros des Bruttoinlandsprodukts notwendig waren, wurden im Jahr 2010 nur noch rund 6,3 MJ benötigt.

 

Die durch den Energiebedarf der deutschen Volkswirtschaft in den Energieförderländern verursachten Umweltwirkungen durch Energieförderung sowie den Transport der Energieträger nach Deutschland sind bei den Indikatoren Energieintensität und  produktivität nicht berücksichtigt.

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