Aktuell / 27.07.2012

Dämmen und isolieren mit Hartschaum aus Rindenextrakt

Am Freiburger Materialforschungszentrum untersucht Doktorandin Ricarda Böhm Tanninharze und –schäume. © Freiburger Materialforschungszentrum (FMF)

Freiburger Forscher stellen Hartschäume aus Rindenextrakt her. Sie gewinnen Tannin aus der Holzrinde und nutzen damit ein Abfallprodukt der Holzindustrie.

Das Team um Prof. Dr. Marie-Pierre Laborie am Freiburger Materialforschungszentrum und am Institut für Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswirtschaft der Universität Freiburg arbeitet daran, Schäume aus europäischen Hölzern wie Fichte und Kiefer herzustellen. Bisher wurde für Schäume aus Tannin Holz von Mimose und anderen tropischen Pflanzen genutzt.

Die Europäische Union finanziert das Projekt „Biofoambark“, an dem neben der Universität Freiburg das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme sowie wissenschaftliche Partner und Firmen aus Italien, Spanien, Finnland, Slowenien und Frankreich mitarbeiten.

Da die Schäume gut isolierende und feuerresistente Eigenschaften haben, sollen sie in erster Linie als Isolier- und Dämmstoffe im Hausbau und für Autoformteile genutzt werden. Schäume aus Tannin dichten genauso gut ab wie zum Beispiel Polyurethanschäume, enthalten jedoch keine giftigen Isocyanate. Das Team hofft, dass die Schäume Stoffe wie Styropor als Schutz- und Verpackungsmaterial ersetzen können.
„Ziel ist es, unsere umweltfreundlichen Schäume als Alternative zu herkömmlichen Schäumen am Markt zu etablieren“, sagt Ricarda Böhm, Doktorandin in Labories Arbeitsgruppe.

Zur Herstellung der Schäume mischen die Forscher Tannin, Furfuryl-Alkohol, Formaldehyd und ein Lösungsmittel, zum Beispiel Diethylether. Noch nutzen sie Formaldehyd als Vernetzer, also eine Art Klebstoff zwischen Tannin und Alkohol, suchen jedoch nach einem umweltfreundlicheren Ersatz. Ihr Ziel ist es, möglichst nur natürliche Rohstoffe, idealerweise Abfallprodukte, zu verwenden. Das Aldehyd Furfural, das unter anderem aus Sägespänen gewonnen wird, bietet sich zum Beispiel an. Zur Verbesserung der Haltbarkeit und Stabilität erproben die Forscher Nanozellulose und natürliche Zusätze als Additive.

Kontakt:
Ricarda Böhm, Freiburger Materialforschungszentrum (FMF)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
E-Mail: ricarda.boehmatfmf.uni-freiburg.de

Weitere Informationen:
www.biofoambark.uni-freiburg.de

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