Aktuell / 04.07.2012

Maritime Technologie und Rohstofferschließung als Zukunftsmarkt

Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWi, eröffnet die Fachtagung "Tiefseebergbau - Technologische und rohstoffpolitische Potenziale für die deutsche Wirtschaft" © BMWi
Nationaler Masterplan Maritime Technologien: Techniken, Leitthemen und Anwendungsfelder © BMWi

Experten aus Forschung, Wirtschaft und Politik diskutierten auf einer Fachtagung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) die Möglichkeiten und Potenziale des Abbaus mariner mineralischer Rohstoffe und die aktuellen weltweiten Entwicklungen des Tiefseebergbaus. Zentrales Thema war die Umsetzung des vom Ministerium geförderten Nationalen Masterplans Maritime Technologien (NMMT).

Der im Sommer 2011 von der Bundesregierung beschlossene Nationale Masterplan Maritime Technologien (NMMT) soll den Ausbau des technologischen Potenzials der deutschen Meerestechnik unterstützen sowie ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Mit einem Umsatz von über 3 Mrd. Euro pro Jahr hat die deutsche Meerestechnik einen geschätzten Weltmarktanteil von rund drei Prozent. Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Meeres für die Gewinnung von Energie und Rohstoffen zeichnen sich starke Potenziale für die deutschen Unternehmen ab.
Der Masterplan soll dazu beitragen, Schlüsseltechnologien zur Sicherung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Energie- und Rohstoffversorgung aus dem Meer zu entwickeln. Die Taskforce NMMT koordiniert die Umsetzung des Plans, auf ihrer Internetseite (www.nmmt.de), die auch als interaktive Arbeitsplattform dient, können wichtige Informationen, Übersichten, weiterführende Links, der aktualisierte Aktionsplan sowie die dazugehörigen Maßnahmenblätter abgerufen werden.

Auf der Veranstaltung betonte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Otto: " Deutsche Unternehmen verfügen über eine exzellente Expertise bei den maritimen Technologien und haben eine hervorragende Ausgangsposition für die Entwicklung der erforderlichen innovativen Systeme für den Tiefseebergbau. Deutsche Unternehmen haben im Tiefseebergbau vor allem dann gute Chancen, wenn es ihnen gelingt, das vorhandene, aber auf viele Unternehmen verteilte Know-how zu bündeln und die Systemführerschaft zu erreichen. Die Bundesregierung unterstützt dieses Ziel mit dem Nationalen Masterplan Maritime Technologien (NMMT)."

In einem neuen Forschungsprogramm für Schiffbau, Schifffahrt und Meerestechnik fördert das BMWI „Maritime Technologien der nächsten Generation“. Erforscht werden die folgenden Schwerpunktthemen: Intelligente Systeme für die Meerestechnik, Offshore-Technik für Öl, Gas, Gashydrate sowie Marine Mineralische Rohstoffe.
Im Forschungsprogramm betont die Bundesregierung die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Technologie-, Produktions- und Logistikstandort: „Etwa 90 Prozent des europäischen Außenhandels und rund 40 Prozent des Binnenhandels werden auf dem Seeweg bestritten. Deutschland wickelt etwa 60 Prozent seines Exports über Seewege ab. Nahezu 100 Prozent der Rohstoffe wie Kohle, Öl und Erze, die entscheidend sind für unsere großen Schlüsselbranchen Automobilindustrie, Informationstechnologien, Chemie, Luft- und Raumfahrt sowie Energie, werden über Wasserwege beschafft.“

Die Erkundung von Lagerstätten läuft

Für die Bundesregierung erkundet die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) seit 2006 die Rohstoffvorkommen im deutschen Lizenzgebiet im Zentralpazifik.
Interessant ist vor allem die mögliche wirtschaftliche Verwertung und Sicherung von Vorkommen von Manganknollen, kobaltreichen Mangankrusten, Massivsulfiden und Phosphoritknollen.
Deutschland hat sich im Jahr 2006 vertraglich ein Gebiet im Pazifik zur Exploration von Manganknollen gesichert, für marine Massivsulfide sind entsprechende Vorarbeiten eingeleitet. Auch andere Staaten erkunden marine mineralische Rohstoffe und entwickeln Abbau- und Aufbereitungstechnologien (z. B. China, Indien, Fa. Nautilus Minerals Inc.). Deutsche Unternehmen verfügen über innovative Lösungen in den Schlüsselbereichen Bohr-, Förder- und Unterwassertechnik (inklusive Robotik). Synergieeffekte lassen sich durch die Nutzung verwandter Technologien aus Bergbautechnik, Bohr- und Tunnelvortriebstechnik, Pumpentechnik sowie Steuerung und Regelungstechnik erzielen. Weiterhin verfügt Deutschland über leistungsfähige Werften und Zulieferer im Spezialschiffbau – Spezialschiffe sind für Erkundung, Förderung und Abtransport mariner mineralischer Rohstoffe erforderlich.

Links:

Maritime Technologien der nächsten Generation. Forschungsprogramm für Schiffbau, Schifffahrt und Meerestechnik 2011-2015:

NMMT - Nationaler Masterplan Maritime Technologien. NMMT Sekretariat:
www.nmmt.de

BMWi, Informationen über innovative maritime Technologien: http://www.bmwi.de/DE/Themen/Technologie/Schluesseltechnologien/maritime-technologien.html

Verknüpfte Projekte

  • Durch betriebsinterne und betriebsübergreifende Steuerung von Kuppelprodukten innerhalb eines komplexen Industrie-Netzwerks sollen Energie- und Ressourceneffizienz gesteigert sowie CO2-Emissionen gesenkt werden. Der betrachtete Komplex besteht aus einem integrierten Hüttenwerk, einem Elektrostahlwerk, der Verwertung von metallhaltigen Reststoffen im sog. DK- und dem Wälzprozess sowie einer hydrometallurgischen Zinkgewinnung. ... mehr