Aktuell / 15.08.2012

Waschen, plätten und Energie sparen

© Kiel-Steinkamp/Neue Westfälische

Veraltete Technik in Wäschereien schmälert den Wirkungsgrad und erhöht die Schadstoffemissionen. Eine Beheizung mittels Gasbrenner ermöglicht eine flexiblere Wärmeerzeugung nach Bedarf. In einem Projekt wurde das Heizband und die Wärmeerzeugung einer 2-Walzen-Muldenmangel optimiert und eine vollständige Temperaturregelung sowie einen Luft-Wasser-Wärmetauscher eingesetzt. Insgesamt sank so der Energieverbrauch aller optimierten Komponenten um 50 Prozent.

In Hotels, Krankenhäusern und Pflegeheimen fallen große Mengen Schmutzwäsche an. Diese werden in Wäschereien mit hohem Energieaufwand gewaschen und geglättet. Dabei setzen die Textildienstleister Mangeln ein. In der Wäschereibranche entfallen 85 Prozent des Energieverbrauchs auf die Wärmeerzeugung. Verschiedene Faktoren beeinflussen den Wärmeenergiebedarf: der Wärmeübergang in der Heizmulde, Wärmeverluste durch Abluft, die Auslastung der Anlagen sowie die Feuchte der Textilien. In einem Feldversuch konnte durch eine optimierte Muldenmangel der Gesamtenergieverbrauch beträchtlich gesenkt werden. Die Wärmeerzeugung erfolgte dabei über einen Brenner auf Erdgasbasis. Eine verbesserte Regelung managt die Temperatur der thermoölbeheizten Heizbandtechnik. Ein Luft-Wasser-Wärmetauscher gewinnt am Ende einen Teil der Abwärme zurück. Insgesamt konnte so der Energieverbrauch der Gesamtanlage etwa halbiert werden. 30 Prozent gehen allein auf die Wärmerückgewinnung zurück. Die Mangel allein spart 80 bis 100 KW/h, was einer Energieersparnis von rund 20 Prozent entspricht.

Abwärme recyceln

In erster Linie wird Flachwäsche (Laken, Bett- und Tischwäsche) gemangelt. Nach dem Waschen weisen die Textilien noch eine Restfeuchte von 50 Prozent auf. In diesem Zustand werden sie in einer Muldenmangel – je nach Textilgut – bei rund 200 °C und 80 mbar Anpressdruck geglättet. Die Feuchte in der Wäsche bietet einen Schutz gegen die hohen Temperaturen während des Mangelns und ihr Wert beträgt am Ende noch 2 Prozent. So können die Textilien anschließend gefaltet und ausgeliefert werden.

Ist die Feuchtigkeit in den Textilien beim Mangeln verdampft, wird diese Energie – in Form von Wärme und Wasserdampf – auf die Abluft übertragen. Mit einem Wärmerückgewinnungssystem kann diese Energie zur Erwärmung des Frischwassers genutzt werden. Die 100 bis 120 °C warme Mangelabluft hat eine relative Luftfeuchte von rund 20 Prozent. Sie wird durch isolierte Luftkanäle in den Wärmetauscher geleitet. Der Luft-Wasser-Wärmetauscher nimmt die Wärmeenergie auf und erwärmt das Frischwasser für die Wäscherei.

Adressen

Projektleitung
Kannegiesser Aue GmbH

Projektbegleitung
Kannegiesser GmbH

Wissenschaftliche Begleitung
wfk – Cleaning Technologie Institute e. V.

Zusätzliche Informationen

Projektinfo 03/2012 "Bettlaken im Sparmodus glätten"

Verknüpfte Projekte

  • In der Fertigungskette von faserbasierten Werkstoffen ist das Trocknen und Veredlen von textilen Bahnen einer der energieintensivsten Prozessschritte. Am Energieverbrauch für den Trocknungsprozess hat die Wasserverdunstung einen Anteil von etwa 60 %, die Erwärmung der Zuluft etwa 30 %. ... mehr

Projektbericht

Verbundprojekt: Entwicklung energiesparender Mangeln

Abschlußbericht als externer Download von der TIB Hannover.

Projektbeteiligte:

Kannegiesser Aue GmbH
wfk – Cleaning Technologie Institute e. V.

Laufzeit: 2008 - 2011

Förderkennzeichen: 0327461A

Hier geht es zum BINE-Projektinfo über dieses Forschungsvorhaben.