Aktuell / 31.10.2012

Energiesystem koordiniert weiterentwickeln

Das Buch zum 44. Kraftwerkstechnischen Kolloquium umfasst alle Fachbeiträge der diesjährigen Referenten. © BINE Informationsdienst

Wie kann die Energiewende gelingen? – Diese Frage bestimmte das Kraftwerkstechnische Kolloquium am 23. und 24. Oktober 2012 in Dresden. Knapp 700 Wissenschaftler, Politiker sowie Vertreter von Herstellerfirmen, Versorgungsunternehmen und Verbänden diskutierten Umsetzungsmöglichkeiten.

Aus der Energiewende ergeben sich für Anlagenbauer, Netzbetreiber und Versorgungsunternehmen neue Aufgaben und Herausforderungen. Denn die von der Bundesregierung vorgegebenen steigenden Beiträge der Erneuerbaren zur Energiebereitstellung erfordern Anstrengungen. Wissenschaft und Unternehmen arbeiten an Lösungen und Möglichkeiten zur Steuerung des Versorgungssystems. Zur Umsetzung fehlen klare und dauerhaft verbindliche rechtlich-politische Vorgaben. Denn Investitionsentscheidungen über Kraftwerks- und Speicherbauvorhaben sind derzeit gering. Diese Anlagen sollen über 30 Jahre wirtschaftlich arbeiten. Die wachsenden Ungleichgewichte und Schwankungen in der Erzeugung müssen durch zusätzliche Speicher, Kraftwerksreserven und neue Management- und Steuerungsinstrumente ausgeglichen. Neue Stromtrassen müssen erstellt werden.

Die Vorträge behandelten technische, ökonomische und rechtliche Fragen, die mit dem Ausbau der erneuerbaren Energieträger, der Flexibilisierung konventioneller Kraftwerke und dem Stromnetzausbau zusammen hängen.

Die Veranstaltung gab die Breite und Vielfalt der in der Energieerzeugung eingesetzten Komponenten, Technologien und Verfahren wieder. So ging es im Bereich der konventionellen Kraftwerkstechnik bei fossilen Dampferzeugern um die Fragen der Effizienzsteigerung der Korrosion, der Emissionsreduzierung und der Verschlackung. Angesichts der veränderten Angebotsverläufe bekommt das Ziel neues Gewicht, Anlagen flexibler einsetzen und diese schneller an- und abfahren zu können. Effizienzverbesserung und Einsatzmöglichkeiten von Gas- und Dampfturbinen erscheinen auch unter wirtschaftlichen Aspekten in einem neuen Licht. Die wachsende Bedeutung von Wind-, Solar- und Geothermiekraftwerken macht Umstellungen und Veränderungen im gesamten Energieversorgungssystem erforderlich.

Die Fachbeiträge der Referenten sind als Buch oder CD erhältlich. Das Inhaltsverzeichnis steht zum Download bereit. Weitere Informationen zur Publikation und zum 44. Kraftwerkstechnischen Kolloquium unter: www.kraftwerkskolloquium.de.

Aktuelle Informationen zur Kraftwerkstechnik sind auf dem Internetportal www.KraftwerkForschung.info zu finden.

Verknüpfte Projekte

  • Durch ein neu entwickeltes Brennverfahren soll der hohe Verbrauch an Primärenergie beim Brennen von Ziegelsteinen zu etwa 30% durch erhöhten Zusatz energiehaltiger Zuschlagstoffe im Ziegelton ersetzt werden. Bezogen auf die etwa 150 deutschen Ziegelwerke würde durch die Entwicklung die Einsparung von jährlich etwa 2500 GWh möglich. ... mehr