Aktuell / 05.12.2013

Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2013

Staatssekretärin Anne Ruth Herkes mit den Preisträgern des Rohstoffeffizienz-Preises © BMWi

Vier Firmen und eine Forschungseinrichtung wurden mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2013 ausgezeichnet. Anne Ruth Herkes, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) verlieh die Auszeichnung für besonders sparsame Verfahren am 28.11.2013 im Rahmen der Konferenz "Rohstoffe effizient nutzen - erfolgreich am Markt".

Das BMWi vergibt den Preis für rohstoff- und materialeffiziente Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen gemeinsam mit der Deutschen Rohstoffagentur. Eine Jury mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft hat vier Unternehmen und eine Forschungseinrichtung ausgewählt. Anne Ruth Herkes, Staatssekretärin im BMWi: "Die Preisträger leisten als kreative Vorreiter von rohstoffeffizienten Produkten und Prozessen einen wertvollen Beitrag zur Sicherung unserer künftigen Rohstoffversorgung." Energieeffizienz ist zugleich Umwelt- und Wettbewerbsfaktor. Das belegen vom Ministerium geförderte Beratungen in kleineren und mittleren Unternehmen. Aus ihnen geht hervor, dass diese Betriebe durch effiziente Nutzung von Rohstoffen und Material pro Jahr durchschnittlich 200.000 Euro sparen können.

Die ausgezeichneten Firmen

Den Rohstoffeffizienzpreis 2013 erhielten die Firmen Adamec Recycling GmbH aus Fürth, Dipl.-Ing. Dr. Ernst Vogelsang GmbH & Co. KG aus Herten, Protektorwerk Florenz Maisch GmbH & Co. KG aus Gaggenau, und Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG zusammen mit der Fontaine Technologie GmbH aus Gelsenkirchen sowie das Sächsische Textilforschungsinstitut aus Chemnitz. Jeder Preisträger erhält 10.000 Euro. Im Folgenden wird kurz vorgestellt, wie die Preisträger in der Produktion Rohstoffe einsparen:

Wertstoffe aus Elektroaltgeräten gewinnen

Die Firma Adamec Recycling trennt mit ihrer neuen Verbundstoffrecyclinganlage die Metall- und Kunststoffanteile aus Elektroaltgeräten wie beispielsweise Handys. In einem rein trocken-mechanischen Verfahren wird eine zuvor nicht mögliche Sortenreinheit bei der Rückgewinnung von Metallen sowie die Trennung von flammschutzmittelhaltigen und flammschutzmittelfreien Kunstoffen erreicht. Der stofflich wiederverwertbare Anteil steigt damit um etwa die Hälfte. Die anfallenden Stäube werden abgesaugt, das minimiert die Emissionen und verbessert die Recyclingquote bei Metallen und Edelmetallen von ca. 85 Prozent auf 95 bis 98 Prozent.

Material einsparen bei der Rohrherstellung

Die Firma Ernst Vogelsang spart bei einem neu entwickelten Kabelschutzrohr aus Kunststoff im Vergleich mit einem herkömmlichen Vollwandrohr etwa 30 Prozent Material ein. Das neue recycelbare Integralschaumrohr lässt sich flexibel verlegen und ist mechanisch stabil. Es kann zum Beispiel in der Telekommunikation und Energieversorgung eingesetzt werden und erfüllt alle einschlägigen Normen.

Stabile Unterkonstruktionen mit weniger Material

Die Firma Protektorwerk Florenz Maisch stellt Profile für den Trockenbau her. Mit einem neuen Schnitt- und Faltverfahren reduziert sie den Verbrauch von verzinktem Stahlblech um bis zu 20 Prozent, je nach Profilausführung. Das neue Verfahren ermöglicht es, abfallfrei Lochstrukturen herzustellen für eine einfachere Verlegung von Leitungen im Trockenbau.

Eine Alternative für die Glasfaser

Das Sächsische Textilforschungsinstitut (STFI) untersucht den Aufbereitungsprozess für trockene Carbonfilament-Abfälle sowie für Abfälle, die aus Pyrolyseprozessen stammen. Ziel ist es, energieintensiv produzierte Carbonfasern stofflich zu recyceln und dabei ihre Funktionalität und ihr Potenzials als Verstärkungsfasern zu erhalten. Dieses geschlossene Carbonfaser-Recycling eröffnet der Industrie neue Einsatzgebiete – insbesondere dort, wo bisher die günstigeren, aber schwereren Glasfasermaterialien genutzt werden.

Rohstoffeffizienter Korrosionsschutz

Die beiden Firmen Voigt&Schweizer und Fontaine wurden für ein ressourceneffizientes Korrosionsschutzverfahren ausgezeichnet. Mit der neuen Dünnschicht-Stückverzinkungstechnologie wird bei reduzierter Prozesstemperatur wird der Zinkeinsatz um 80 Prozent verringert. Die Firmen setzen dafür eine Zink-Aluminium-Legierung in Kombination mit einer innovativen Prozessführung. Mit dem Verfahren können auch Bauteile, zum Beispiel aus hochfesten Stählen, behandelt werden, für die bisher eine Stückverzinkung nicht geeignet war.

 

 

Verknüpfte Projekte

  • In nahezu allen elektronischen Geräten, wie z. B. Fernsehern, Computern und Monitoren, arbeiten heute hochfrequent getaktete Schaltnetzteile. Deren Wirkungsgrad erreicht je nach Qualität zwischen 80 bis über 90 Prozent. Bisher gehen in konventionellen Geräten etwa drei bis sechs Prozent des eingesetzten Stroms in Spulen und Transformatoren verloren. ... mehr