Aktuell / 25.10.2013

Fassade aus neuartigem Biokunststoff an der Uni Stuttgart

Die im Bundeswettbewerb ausgezeichnete Biokunststoff-Fassade © Universität Stuttgart ITKE

Das Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universität Stuttgart hat in Zusammenarbeit mit Projektpartnern einen neuen thermoplastischen Werkstoff für Fassadenbekleidungen entwickelt, der zu über 90 % aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Er lässt sich genauso leicht wie herkömmliche Kunststoffe zu unterschiedlichsten Formen verarbeiten. So können beispielsweise Fassadenplatten für Gebäude hergestellt werden.

Eine vom ITKE entwickelte 140 Quadratmeter große Biokunststoff-Fassade auf dem Universitätscampus Stadtmitte wurde im Oktober 2013 vom baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller eingeweiht. Für die Projektidee und Konzeptionierung der Fassade errang das ITKE einen Preis im Bereich Wissenschaft des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2013/14.

Ein neuer, ressourcenschonender Baustoff

ITKE-Direktor Prof. Jan Kippers beschreibt das Forschungsvorhaben: „Ziel unseres Projektes war, einen Kunststoff zu entwickeln, der zu einem möglichst hohen Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und gleichzeitig witterungsbeständig und schwerentflammbar ist. Mit der Biokunststoff-Fassade wollten wir zeigen, wie sich die im Forschungsprojekt entwickelten Werkstoffe für hochwertige und gleichzeitig ökologisch effiziente Fassadenbekleidungen verwenden lassen.“

Der neue thermoplastische Werkstoff entstand in Zusammenarbeit von Architekten, Materialentwicklern, Produktdesignern, Fertigungs- und Umwelttechnikern. Mit dem Projekt demonstrieren die Entwickler, wie man frei formbare recycelbare Halbzeuge aus über 90% nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen herstellen kann. Das neu entwickelte Produkt als ressourcenschonender nachhaltiger Baustoff kann für die Realisierung von Gebäuden mit freier Geometrie und ebenen Fassadenplatten mit 3D-Effekten eingesetzt werden.

Als rohstoffeffiziente Alternative kann es Elemente aus erdölbasierten Kunststoffen, Glas oder Metall ersetzen. Die neuen tiefziehbaren Platten verknüpfen die Eigenschaften der freien Formbarkeit von thermoplastischen Kunststoffen mit den ökologischen Vorteilen von Materialien, die vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen.
Das Projekt wurde durch die Europäische Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie durch das Land Baden-Württemberg mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gefördert.

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Weitere Informationen

www.itke.uni-stuttgart.de