Aktuell / 27.02.2013

Nachhaltig publizieren – bei Papierherstellung und Druck Energie einsparen

Mit wasserlosem Offsetdruck effizient und nachhaltig Spitzenqualität produzieren. © KBA.com
Energieeffiziente neue Druckmaschinen im Druckhaus Dresden. © KBA.com

Bücher, Zeitungen und Zeitschriften mit weniger Energie und Rohstoffen herstellen – dabei hilft die „Roadmap to Green Publishing“.  Diese wurde erarbeitet im Projekt „Nachhaltig Publizieren – Neue Umweltstandards für die Verlagsbranche“ das vom oekom verlag initiiert und vom Bundesumweltministerium gefördert wurde. Um das bislang in vielen Verlagen ungenutzte Potenzial zur Umweltentlastung zu erschließen, wurden praxisgerechte Handlungsmöglichkeiten entwickelt und mit Experten aus Verlagen, Druckereien, Wissenschaft, Interessenverbänden und Papierherstellern diskutiert.

Obwohl die Papierindustrie der weltweit fünftgrößte Energieverbraucher ist, kennen die wenigsten Verlage den ökologischen Fußabdruck ihrer Produkte. Die Herstellung einer Tonne Papier benötigt in etwa genauso viel Energie wie die Produktion einer Tonne Stahl. Auch Druck und Vertrieb der Publikationen haben eine große Umwelt- und damit zunehmend auch Kostenrelevanz.

Einsparpotenziale realisieren

Die Druckbranche ist mit einem Jahresverbrauch von rund 17.500 Kilowattstunden pro Mitarbeiter vorne beim Stromverbrauch. Mit Energieeffizienzmaßnahmen können Druckereien Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Einsparpotenziale bestehen vor allem an bei Druckluft, Wärme/Abwärme und elektrischen Antrieben. Als Beispiele dafür, wie Druckereien ihren Stromverbrauch reduzieren können, führt das Projekt den Einsatz energieeffizienter Druckmaschinen, die Umstellung einzelner Unternehmensbereiche auf bedarfsgesteuerte Beleuchtung sowie das Umrüsten auf Energiesparlampen an.

Für Verlage bringt es in der Regel neben den ökologischen auch finanzielle Vorteile, wenn sie bei der Papierbeschaffung und -nutzung auf mehr Nachhaltigkeit achten: Absatzgesteuerte Auflagezahlen und Print-on-Demand tragen dazu bei, den Papierbedarf deutlich zu verringern. Doch weltweit steigt der Bedarf am Rohstoff Papier. Die Initiative Pro Recyclingpapier verdeutlicht die Situation: „Allein Deutschland verbraucht heute mehr Papier als der afrikanische und der südamerikanische Kontinent zusammen. Jeder Bundesbürger verwendet durchschnittlich 250 Kilogramm Papier pro Jahr. Dies entspricht etwa der Papiermenge eines Harry Potter-Bandes pro Tag.“

Handreichungen zum „Green Publishing“

Unter dem Label „Green Publishing“ haben sich Vorreiter der Branche mit dem Ziel zusammengetan, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften nachhaltiger herzustellen und zu verlegen. Dabei nehmen sie zunächst die aus Sicht des Umweltschutzes relevantesten Teile des Produktionsprozesses unter die Lupe: die Papiergewinnung und der Druck. Für diese Teilbereiche wurden – unter Berücksichtigung bestehender Umweltzeichen, Richtlinien und Initiativen – Umwelt- und Sozialstandards erarbeitet und in themenspezifischen Expertenworkshops mit der Branche diskutiert.

In den „Anforderungen zur Nachhaltigkeit von Druckpapieren und Druckprozessen“ bündeln die Autoren die Informationen, die ein Verlag braucht, der seine Prozesse möglichst naschhaltig und energieeffizient gestalten will.

Der oekom verlag führte das Projekt „Nachhaltig Publizieren? Neue Umweltstandards für die Verlagsbranche“ gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg, dem Umweltbundesamt und der Frankfurter Buchmesse bis Ende 2012 durch.
Das Projekt wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes im Rahmen des Umweltforschungsplanes (Förderkennzeichen 3711 94 338) erstellt und mit Bundesmitteln finanziert.

Verknüpfte Projekte

    Weitere Informationen

    www.nachhaltig-publizieren.de

    Kontakt:
    oekom verlag GmbH
    Anke Oxenfarth
    E-Mail: oxenfarth@oekom.de

    www.oekom.de