Aktuell / 07.04.2014

Industrie 4.0 - Green IT und Benchmarking verbessern Energie-Effizienz

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Die Fabrik der Zukunft muss Kundenanforderungen und Innovationen sehr flexibel aufnehmen und umsetzen können. Dafür ist ein breites Bündel an Maßnahmen und Entwicklungen erforderlich. Für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie 4.0 sind Faktoren wie energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnik, Auswertung von großen Datenmengen („Big Data“) sowie Vergleich mit den Branchenbesten durch Benchmarking wichtig. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI zeigt auf der Hannover Messe die Werkzeuge, mit denen es Unternehmen auf dem Weg zur Fabrik der Zukunft bei Analyse und Entscheidungsprozessen unterstützt.

Dafür betrachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle relevanten Ebenen, vom einzelnen Arbeitsplatz und der Abteilung über den gesamten Betrieb und die Wertschöpfungskette bis hin zur Branche und zum Industriesektor.

Potenziale und Herausforderungen von Big Data

Die Verwaltung und Analyse großer Datenmengen ist eine neue Herausforderung für die Informationstechnologie. Über das sogenannte Cloud Computing können Unternehmen nun über die Rechenkapazitäten verfügen, die für die Analyse großer Datenmengen erforderlich sind. Meist werden dabei nicht nur Geschäftsdaten, sondern auch Daten aus weiteren öffentlich verfügbaren Quellen (Finanznachrichten, Twitter, etc.) kombiniert und analysiert. Die Potenziale sowie Herausforderungen, die sich aus dieser Kombination von bisher unverbundenen Datenbeständen und -strömen ergeben, analysieren die Forscher vom Fraunhofer ISI im Projekt „Big Data in der Cloud“. Sie untersuchen im Auftrag des Deutschen Bundestags aktuelle und zukünftig mögliche Anwendungsfelder. Besonderes Augenmerk richten sie auf die gesellschaftlichen, ökonomischen, rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen sowie auf Aspekte wie Datenschutz und Privatsphäre.

Green IT: Daten energieeffizient verarbeiten

Die Verarbeitung immer größerer Datenmengen treibt auch den Strombedarf. Bereits jetzt verbraucht die Informations- und Kommunikationstechnologie in Deutschland mehr als zehn Prozent des Stroms, und die Internetnutzung steigt weiter. Obwohl die Geräte immer effizienter werden, benötigen sie in Summe immer mehr Energie und Ressourcen.
Unter dem Sammelbegriff Green IT wird daran gearbeitet, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. Im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Programms IT2Green werden systemübergreifende Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz von IKT ) in Rechenzentren, Telekommunikationsnetzen sowie Büro- und Heimanwendungen erforscht, entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse unterstützen Wirtschaft und Verwaltung beim Einsparen von Energie und Ressourcen.

Produktionsabläufe und Energie-Effizienz optimieren

Fraunhofer ISI ermöglicht Unternehmen den systematischen Vergleich der Leistungsfähigkeit ihres Produktionssystems mit anderen Betrieben. Das Benchmarking-Portal ermöglicht es Unternehmen, erforderliche Verbesserungen bei der Innovations- und Produktionsstrategie zu finden und Optimierungspotenziale besser einzuschätzen.
Speziell bei Ressourcen- und Energieeffizienz besteht bei vielen Unternehmen Verbesserungsbedarf. Doch damit geeignete Maßnahmen ergriffen werden können, müssen die entsprechenden Technologien und Managementkonzepte erst einmal bekannt sein. Mit der Effizienzfabrik unterstützt das Fraunhofer ISI den Transfer ressourceneffizienter Technologien von der Forschung in die Praxis.

Komplexe und flexible Betriebssysteme planen

Das Fraunhofer ISI hat ein ganzheitliches Verfahren zur modellorientierten Planung und simulativen Erprobung wandlungsrobuster Produktionssysteme entwickelt. Damit wird es möglich, diese Systeme und Produktionsnetzwerke flexibel zu gestalten und zu steuern. deren Planung ist oft großen Unsicherheiten und methodischen Defiziten unterworfen. Das im Projekt DyWaMed entwickelte Verfahren nutzt bewährte Methoden und hilft, qualifizierte Entscheidungen zu treffen.