Aktuell / 07.07.2014

RFID und Automatisierung steigern Energieeffizienz

Der Einsatz von RFID-Technik und Robotern soll dazu beitragen, Wäschereien energieeffizienter zu machen. © Dirk Mahler / Fraunhofer IFF

Industrielle Wäschereien sind große Energieverbraucher. Der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) will gemeinsam mit den Forschern des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg den Verbrauch senken und Prozesse verbessern. Dafür nutzen sie Automatisierungslösungen wie Roboter und RFID-Technik.

Industrielle Wäschereien sorgen mittlerweile als Komplett-Dienstleiter dafür, dass Krankenhäuser und Hotels immer bedarfsgerecht frische Laken, Handtücher und Wäsche zur Verfügung haben. Die Lenkung und Bearbeitung dieses Wäschestroms erfordert einen großen Organisations- und Logistikaufwand, damit gewährleistet ist, dass immer alles just in time beim Kunden ist. Dabei geht es bei einer Großwäscherei täglich um 20 bis 50 Tonnen Wäsche, die bearbeitet und transportiert werden müssen - das entspricht 50.000 bis 100.000 Wäschestücken. Um diesen Warenfluss leichter erfassen und steuern zu können, kann RFID-Technik (radio frequency identification technology) eingesetzt werden. Das System identifiziert automatisch und kontaktlos, welche Wäschestücke sich im Container oder im Wäschesack befinden – ohne Mitarbeiter durch möglicherweise kontaminierte Schmutzwäsche zu gefährden.

Bessere Prozesssteuerung und Automatisierung mit RFID

Mit Hilfe von RFID-Chips in den Wäschestücken lassen sich die komplexen Prozesse in den Wäschereien besser steuern. Zudem werden die Arbeitsabläufe transparenter, sowohl für die Betriebsleitung als auch für die Kunden. Mit dem neuen Verfahren können alle nachverfolgen, wo sich welche Wäschestücke befinden, ob in der Maschine im Lager oder auf dem Weg zum Kunden. Das hilft auch, mögliche Verluste an Wäschestücken oder Fehlsortierungen zu vermeiden. Einer der Schwerpunkte der Zusammenarbeit von Fraunhofer IFF und DTV ist es, den ganzheitlichen Einsatz von RFID-Technologien im Flachwäschebereich vorzubereiten, insbesondere bei Hotel- und Krankenhaustextilien. Die Fraunhofer-Forscher arbeiten seit 2011 bei dieser Technologie eng mit dem deutschen Laundry Innovation Network zusammen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist es, Abläufe im Betrieb weiter zu automatisieren. Während z.B. schmutzige Krankenhauswäsche gar nicht manuell bearbeitet werden darf, wird die saubere Wäsche noch per Hand sortiert. Dadurch besteht das Risiko, dass erkrankte Mitarbeiter die frisch gewaschene Wäsche gleich wieder infizieren. Außerdem ist diese Arbeit körperlich sehr anstrengend. Zukünftig sollen Serviceroboter, die dank der RFID-Technologie die einzelnen Wäschestücke fehlerfrei identifizieren können, solche schweren Arbeiten übernehmen.

Von der Nutzung von RFID-Technologien und Servicerobotern im gesamten Unternehmen ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zu einer selbststeuernden und selbstüberwachenden Prozesskette. Neben einer deutlich verbesserten Flexibilität bringt eine solche Vernetzung weitere Energieeinsparpotenziale. Für die mittlere Zukunft erscheint den Wissenschaftlern damit auch die Vorstellung einer »Industrie 4.0« in der Wäschereibranche realisierbar.

Bis zu 30 Prozent Energie und Frischwasser einsparen

Die Einsparpotenziale bei Wäschereien sind beträchtlich: In einer Studie für den DTV kommt das WFK - Cleaning Technology Institute zum Ergebnis, dass es für die Unternehmen möglich ist, bis zu 30 % Energiekosten und Frischwasser bei Waschschleudermaschinen einzusparen und gleichzeitig die Waschergebnisse zu verbessern.

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