Aktuell / 08.01.2014

Studie erfasst Energieverbrauch von GHD-Betrieben

Die Entwicklung des Stromverbrauchs in ausgewählten Branchen von 2006 bis 2011. © TU München

Im Jahr 2011 entfielen auf den Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) knapp 16 % des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Systemforschung haben gemeinsam mit Partnern in einer Studie den Energieverbrauch in zwölf Branchen erhoben und mögliche Einsparungen errechnet. Damit ermöglichen sie den Vergleich innerhalb der Branche und helfen, den Handlungsbedarf im jeweiligen Betrieb einzuschätzen.

Etwa die Hälfte der Betriebe hat in den letzten fünf bis sieben Jahren energiesparende Maßnahmen durchgeführt. Fast 40 Prozent der Betriebe nutzen ein betriebliches Energiemanagement oder eine Kontrolle des Energieverbrauchs.

 

Verbrauchsfaktor Beleuchtung

Für Beleuchtung setzt der Handel branchenübergreifend etwa 40 Prozent der von ihm verbrauchten elektrischen Energie ein. Investitionen für eine effiziente Beleuchtung rentieren sich häufig schon nach drei Jahren. Die Befragungen ergaben, dass rund zwei Drittel der Betriebe aus Handel und Gewerbe ihre Verkaufsräume und Schaufenster länger als acht Stunden täglich beleuchten. Jeder fünfte Betrieb verfügt über eine Helligkeitssteuerung, meistens einen manuellen Dimmer. Im Handel liegt das durchschnittliche Alter der Beleuchtungsanlagen mit fast 13 Jahren noch niedriger als im Durchschnitt aller Branchen.

Benchmarking-Daten für Betriebe

Für die Erhebung der Daten befragten die Forscher mehr als 2.000 Firmen. Ergänzend besuchten sie 100 Unternehmen. Zu den untersuchten Branchen zählen sehr unterschiedliche Energieverbraucher, wie Rechenzentren, Bürogebäude und Bäcker. Die Studie liefert Daten für den Zeitraum 2007 bis 2010. „Mit der Studie wird es für jeden Betrieb möglich, die eigenen Energieverbrauchswerte im Branchenvergleich einzuordnen. Wir haben daher solche branchenspezifischen Auswertungen den an der Befragung beteiligten Firmen zur Verfügung gestellt“, erklärt Barbara Schlomann, die Projektleiterin beim Fraunhofer ISI.

Die Studie wurde im Auftrag des BMWi als Beitrag zum Monitoring-Programm „Energie der Zukunft“ der Bundesregierung erstellt. Unter Leitung des Fraunhofer ISI haben der Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik der Technischen Universität München, das Marktforschungsunternehmen GfK aus Nürnberg und das Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) aus Karlsruhe mitgearbeitet.

 

 

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