Aktuell / 20.01.2014

TU Berlin: Metallindustrie kann 2,3 Milliarden Euro Materialkosten einsparen

Titelbild der VDI-Metallbroschüre © VDI

Die deutsche metallverarbeitende Industrie könnte bis zu 2,3 Milliarden Euro an Material- und bis zu 600 Millionen Euro an Energiekosten einsparen. Diese Einsparungen könnten die metallverarbeitenden Betriebe durch ein nachhaltiges Ressourcenmanagement und den Einsatz neuer Technologien in der Produktion erreichen, stellt eine Studie der TU Berlin fest.
Die Wissenschaftler vom Fachgebiet Montagetechnik und Fabrikbetrieb und vom Logistik-Transferzentrum der TU Berlin nutzten dafür ein mehrstufiges Analysemodell, Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Materialeffizienzagentur sowie Einschätzungen von Experten.
Das höchste Energie-Einsparpotenzial mit 146 Millionen Euro identifizierten sie in der Branche „Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung“. Die größten Material-Einsparmöglichkeiten von bis zu 1,3 Milliarden Euro wiesen sie in der Branche „Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen, gewalzten Ringen und pulvermetallurgischen Erzeugnissen“ nach.
Um mögliche Effizienzpotenziale herauszuarbeiten, untersuchten die Forscher in einer Feinanalyse die Bereiche neue Technologien, effizientere Peripherieanlagen wie Druckluft- und Pumpsysteme sowie Methoden zur Analyse und Optimierung von Prozessen. Die daraus resultierende Hochrechnung ergab für die gesamte metallverarbeitende Industrie bei den Materialkosten jährliche Einsparungen bis zu 2,3 Milliarden Euro und bei den Energiekosten bis zu 600 Millionen Euro.
Als Ergebnis der Hochrechnung weist die Studie über die drei betrachteten Branchen bei Material Einsparpotenziale von zwei bis sechs Prozent pro Jahr aus. Dies entspricht einem monetären Wert im Jahr 2012 von 763 bis 2.364 Millionen Euro.
Bei Energie wurden im Rahmen der Hochrechnung Einsparpotenziale über alle Branchen in Höhe von fünf bis 14 Prozent ermittelt, was eine monetäre Einsparung von 96 bis 280 Millionen Euro ausmacht.

Zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der metallverarbeitenden Industrie wurden drei Schwerpunktthemen identifiziert:

  • Verbesserung der Datenbasis für die Bestimmung von Ressourceneffizienzpotenzialen
  • Weiterbildung, methodische Standardisierung und Zertifizierung im Bereich Rohstoff- und Energieeffizienz
  • Entwicklung ganzheitlicher Ressourcenmanagementsysteme als Grundlage von Effizienzmaßnahmen

Die Studie wurde im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Verknüpfte Projekte

  • Das Ziel ist die Energieeinsparung in einen produktionsmäßig betriebenen Elektrolichtbogenofen (LBO). Die eingebrachte Gesamtenergiemenge soll besser genutzt werden. Dafür wurden laserbasierte Messinstrumente für eine verlässliche weitgehend wartungsfreie Messung der Abgasströme eines LBO entwickelt. ... mehr

Weitere Informationen

Soner Emec, TU Berlin, Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF), Fachgebiet Montagetechnik und Fabrikbetrieb
E-Mail: Emecatmf.tu-berlin.de