Aktuell / 13.05.2015

Impulse zu Industrie 4.0 und Digitaler Wirtschaft

Auszug der Titelseite des BMWi-Impulspapiers zu Inustrie 4.0 und Digitaler Wirtschaft © BMWi

Das Impulspapier beleuchtet, welche Chancen sowie Auswirkungen auf industrielle Wertschöpfungsprozesse sich aus einer  zunehmenden Verschmelzung von physischer und virtueller Welt ergeben. Maschine-zu-Maschine-Kommunikation und Internet der Dinge ermöglichen sowohl eine erhebliche Effizienzsteigerung in Produktion und Service als auch eine stärkere Individualisierung bis zu maßgeschneiderten Kundenlösungen. Gleichzeitig setzt diese Entwicklung bislang bewährte Geschäftsmodelle unter Druck.

Effekte der Digitalisierung auf die Industrie

Die vier Stufen der industriellen Revolution © BMWi / acatech

Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet voran, die sogenannte vierte industrielle Revolution macht es möglich, Herstellung und Kunden zu vernetzen sowie Produkte zu individualisieren - bis hin zur Einzelstückfertigung. Bundesregierung und Wirtschaft erarbeiten in der Plattform „Industrie 4.0“ gemeinsam dafür die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen.
Der digitale Wandel ist in den Branchen unterschiedlich weit vorangekommen. Während in vielen Bereichen Fertigungsprozesse stetig automatisiert wurden, sind digitale Geschäftsmodelle erst in Ansätzen erkennbar.

 

  • Maschinenbau- und Elektroindustrie produzieren die Komponenten der neuen Cyber-Physischen Produktions-Systeme: Intelligente Maschinen, hochflexible Roboter, Positions- und Bewegungssensoren, Automatisierungstechnik und Leistungselektronik.
  • Für die datenbasierte Ferndiagnose und -wartung von Maschinen sind möglichst einheitliche, kompatible Netzwerk- und Schnittstellenstandards und ein angemessenes Sicherheitsniveau der Informationstechnik zu schaffen.
  • Die Automobilindustrie stellt bedarfsgerecht eine Vielzahl an Modellvariationen her. Die Zulieferkette muss durch selbststeuernde Prozesse in der Fertigung hochflexibel auf die Anforderungen der Systemhersteller reagieren. Bereits 20 Prozent der Unternehmen in der Automobilindustrie nutzen selbststeuernde Anlagen. Die Digitalisierung verändert jedoch nicht nur Fertigungs- oder Wartungsprozesse: In Zukunft wird nicht mehr nur das Produkt Auto verkauft, sondern Mobilität.
  • In der pharmazeutischen Industrie machen digitale Prozesstechnik, vernetzte und datenbasierte Technologien der Qualitätsüberwachung und -sicherung eine weitaus stärkere Automatisierung als bislang möglich. Medizinprodukte werden zukünftig vermehrt dezentral in kontinuierlichen Prozessen auf kleineren Anlagen gefertigt.

 

Initiativen für Industrie 4.0

Das BMWi informiert im Impulspapier über Initiativen und Maßnahmen, mit denen es die digitale Transformation unterstützt und fasst die technischen, organisatorischen und rechtlichen Aufgaben zusammen, die es gemeinsam mit Industrie, Gewerkschaften und Wissenschaft anpackt:

 

  • Die Standardisierung, Forschung und Entwicklung, Sicherheit, rechtlichen Rahmenbedingungen und neuen Anforderungen der Arbeitswelt in der Plattform Industrie 4.0 weiterentwickeln,
  • Forschung und Entwicklung fördern – zum Beispiel mit den Technologieprogrammen „Smart Service Welt“ und „Autonomik für Industrie 4.0"
  • Strategien für die internationale Zertifizierung und Standardisierung entwickeln
  • rechtliche und technische Rahmenbedingungen, zum Beispiel für autonomes Fahren schaffen

     

    Das Impulspapier finden Sie hier (PDF: 830 KB).

    Verknüpfte Projekte

    • Ohne Einschränkungen für die Nutzer kann ein Rechenzentrum mit einem um die Hälfte reduzierten Stromverbrauch betrieben werden. Das ist erreichbar durch eine ganzheitliche Konzeption und Steuerung aller Bausteine des Systems. Zu diesem Ergebnis kamen die Experten, die im Ende Juli abgeschlossenen Forschungsprojekt AC4DC (Adapative Computing for Green Data Centers) Methoden zur Optimierung des Energieverbrauchs von Rechenzentren untersuchten. ... mehr