Aktuell / 31.03.2015

Umsetzungsorientierte Forschung für die Industrie

Das Präsidium der neu gegründeten Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse. © Bea Marquardt
Bei der Gründung der Forschungsgemeinschaft war auch Prof. Dr.-Ing. habil. Horst Zuse anwesend. Das Foto zeigt den Sohn des Namensgebers (links) mit dem Präsidenten der Zuse-Gemeinschaft, Dr.-Ing. Ralf-Uwe Bauer. © Bea Marquardt

Unter dem Namen des deutschen Computerpioniers Konrad Zuse (1910-1995) haben sich am 24.3.2015 in Berlin 68 hochschulunabhängige Industrieforschungseinrichtungen als Verband organisiert. Die Deutsche Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse ist die erste bundesweite Vertretung der gemeinnützigen Industrieforschungseinrichtungen.

Deutsche Industrieforschungsgemeinschaft Konrad-Zuse bündelt industrienahe Forschung

Die Zuse-Gemeinschaft unterstützt Wissenschaft, marktvorbereitende Forschung und Transfer der Forschungsergebnisse in die Wirtschaft, insbesondere in kleinere und mittlere Unternehmen (KMU). Sie hat das Ziel, die industrielle Forschung und den Wissenstransfer in den Mittelstand hinein zu beschleunigen. Dazu gehört die experimentelle Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte, Technologien und Dienstleistungen. Die Gemeinschaft dient zur einheitlichen Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber Bund, Ländern, Wirtschaft und Wissenschaftsorganisationen sowie der Öffentlichkeit. Und sie will die Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen der Industrieforschung verbessern, u. a. durch gleichberechtigten Zugang zu programmatischer Förderung.

Auf der Festveranstaltung zur Gründung und ersten Mitgliederversammlung unterstrich der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Rainer Sontowski, die besondere Bedeutung der Industrieforschung für die deutsche Wirtschaft: "Für die deutschen Unternehmen, insbesondere unseren Mittelstand, sind Forschung und Entwicklung sowie der daraus resultierende Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft essenziell. Wir unterstützen die Wirtschaft, insbesondere den innovativen Mittelstand, mit passgenauen Fördermöglichkeiten von der Idee bis zum Markt. Mit der Zuse-Gemeinschaft haben wir einen wichtigen neuen Ansprechpartner gewonnen."

Finanziert aus Industrie- und Fördermitteln

Die in der Konrad-Zuse-Forschungsgemeinschaft organisierten Einrichtungen finanzieren sich aus jährlichen Einnahmen von 750 Mio. Euro, davon 40 Prozent direkte Industriemittel. Gemeinsam mit Wirtschaftspartnern bearbeiten sie Projekte, die durch Land, Bund oder EU gefördert werden. Die Mitgliedseinrichtungen der Zuse-Gemeinschaft sind gemeinnützig tätig, rechtlich und wirtschaftlich selbstständig und gehören weder Unternehmen noch institutionell geförderten Großforschungsverbünden wie Fraunhofer, Max-Planck, Leibniz oder Helmholtz an.
Die neue Gemeinschaft wird geleitet von Präsident Dr.-Ing. Ralf-Uwe Bauer, Geschäftsführender Direktor des Thüringischen Instituts für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) und seinen Stellvertretern Prof. Dr.-Ing. Wolfgang H. Nebel, Vorstandsvorsitzender OFFIS Institut für Informatik, und Dr. Bernd Grünler, Vorstand INNOVENT Technologieentwicklung. Ein neu einberufener Innovationsrat ist u. a. für Strategieplanung und Qualitätssicherung der Mitgliedsinstitute verantwortlich.

Die Zuse-Gemeinschaft versteht sich als unmittelbarer Partner der mittelständischen Wirtschaft. Mit ihrer zeit- und industrienahe Forschung an konkreten Produkten und Technologien zielen die Mitgliedsinstitute auf eine schnelle wirtschaftliche Umsetzung. Dagegen betreiben Hochschulen und andere Großforschungseinrichtungen eher Grundlagenforschung oder Forschung im vorwettbewerblichen Bereich.

Verknüpfte Projekte

    Weitere Informationen

    Deutsche Industrieforschungs- gemeinschaft Konrad Zuse e.V.
    www.zuse-gemeinschaft.de
    Dr. Ralf-Uwe Bauer
    Tel. 030 / 440 55 020
    Mail infoatzuse-gemeinschaft.de