Aktuell / 15.06.2016

Forschungsnetzwerk Industrie und Gewerbe gegründet

Entwicklungsarbeit für die flexible vernetzte Produktion der Zukunft: Demo-Anlage der Firma Festo zu Fabrik- und Prozessautomation. Quelle: Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst

Ein neues Netzwerk bündelt die von der Bundesregierung geförderte Forschung zur Unterstützung der Energiewende in Industrie und Gewerbe. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) startete das Forschungsnetzwerk am 10. Juni 2016 beim Treffen der Plattform Forschung und Innovation, auf dem über 60 Experten über Strategien der Energieforschungspolitik diskutierten.

Auf dem vorhergegangenen Treffen hatten Vertreter von Industrie und Forschung angeregt, ein solches Forschungsnetzwerk zur Energieeffizienz in der Industrie zu gründen. Es soll das BMWi beraten und als Forum für Austausch, Ideentransfer und Strategieentwicklung dazu beitragen, die Erforschung energieeffizienter und ressourcenschonender Techniken optimal abzustimmen und in die Praxis zu übertragen.

Umsetzungs- und praxisorientierte Forschung für die Industrie

Das neue Forschungsnetzwerk ist ein strategisches Element der Forschungsförderung. Mit ihm bindet die Bundesregierung Vertreter aus Forschung und Industrie direkt in die Entwicklung der Energieforschung ein. Ziel ist, die Forschungsförderung effizienter zu gestalten sowie schneller auf Veränderungen reagieren und Ergebnisse in die Praxis umsetzen zu können. Die Mitglieder haben die Aufgabe, Schlüsselthemen für die Entwicklung zu definieren sowie der Politik Impulse für künftige Förderstrategien und zur Umsetzung der Energiewende zu geben.

Das neue Forschungsnetzwerk ist jüngster Teil der von der Bundesregierung initiierten Energiewende-Plattform Forschung und innovation. Bei dieser sind bereits Netzwerke mit den Schwerpunkten Gebäude und Quartiere, Systemanalyse, Stromnetze und erneuerbare Energien aktiv. Im Gegensatz zu diesen umfasst der Bereich Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen eine Vielzahl von Branchen, Technologiezweigen und Unternehmensgrößen, die in Bezug auf Energie und Energieeffizienz sehr unterschiedliche Ansprüche und Handlungsmöglichkeiten bieten. Um dieser sehr heterogenen Vielfalt besser gerecht zu werden, wird das Ministerium in Absprache mit den Beteiligten für die künftige Zusammenarbeit themenspezifische Forschungsfelder definieren. Durch eine Vernetzung in kleinen Einheiten soll eine möglichst effektive Zusammenarbeit der Gruppen erreicht werden. Diese thematische Schwerpunktsetzung soll langfristige Forschungskooperationen ermöglichen; es ist geplant, Forschungsprogramme in intensivem wissenschaftlichem Austausch weiter zu entwickeln.

BMWi definiert Handlungsschwerpunkte der Förderpolitik

Für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ist ein effizienter Energieeinsatz entscheidend. Das BMWi unterstützt die Entwicklung und Optimierung von energie- und ressourcensparenden Verfahren und Prozessen. Im Jahr 2015 stellte es für Projekte der Energieforschung rund 390 Mio. Euro bereit. Neue Projekte für energieeffiziente und ressourcenschonende Techniken in Industrie und Gewerbe unterstützt das Ministerium mit 58 Mio. Euro. Hier zielt die aktuelle Projektförderung darauf, den Energiebedarf in der Industrie durch neue Prozesse und Verfahren, Optimierung bestehender Prozesse und Verfahren, effizientere Nutzung elektrischer Energie sowie durch technologieübergreifende Querschnittsmaßnahmen zu senken. Aktuell konzentriert sich die Förderung der Energieforschung im Industriesektor auf folgende Themenblöcke:

  • Chemische Verfahrenstechnik,
  • Hochtemperatursupraleitung,
  • Tribologie (Reibung und Verschleiß an Antriebstechnik senken),
  • Fertigungstechnik,
  • Abwärmenutzung,
  • Gas- und Industriemotoren,
  • Eisen und Stahl.

Verknüpfte Projekte

  • Aus Kohlendioxid-Emissionen und überschüssiger erneuerbarer Energie erzeugt ein neuer Mikroreaktor Ameisensäure. Diese lässt sich sowohl für die Energiespeicherung als auch als Rohstoff für die chemische Industrie nutzen. ... mehr

Links

Forschungsnetzwerk Energie

Bundesbericht Energieforschung 2016
Forschungsförderung für die Energiewende
(Stand April 2016; PDF 1,2 MB)

Innovation durch Forschung
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz: Projekte und Ergebnisse der Forschungsförderung 2015
(Stand April 2016; PDF 4,4 MB)

Ansprechpartner

Forschungsnetzwerk
Industrie und Gewerbe
Dr. Rene Gail
r.gailatfz-juelich.de