Aktuell / 08.09.2017

BMWi fördert Stromeffizienz und Abwärmenutzung

In der Eta Fabrik werden sektorübergreifend Energieflüsse vernetzt. Ziel ist, besonders effiziente Verfahren für die Industrie zu entwickeln und zu demonstrieren. © BINE Informationsdienst, Gerhard Hirn

Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen verbrauchen in Deutschland insgesamt etwa ein Drittel der Energie; bei Strom sind es rund 70 Prozent. Mit Förderprogrammen unterstützt die Bundesregierung Unternehmen, die Energie sparsamer nutzen wollen.

Für die Firmen lohnen sich Investitionen in Energieeffizienz: Sie sparen Energiekosten und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit. Und sie reduzieren klimaschädliche CO2-Emissionen. Diese Investitionen in innerbetriebliche Maßnahmen für eine höhere Stromeffizienz und die Nutzung von Abwärme fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Seit September gelten neue, attraktive Bedingungen:

·         Das Programm „STEP up!“ fördert Maßnahmen für eine höhere Stromeffizienz, die vierte Ausschreibungsrunde ist gestartet..

·         Über das „KfW-Energieeffizienzprogramm – Abwärme“ können Unternehmen erstmals einen direkten Zuschuss für Investitionen in Abwärmevermeidung oder -nutzung erhalten.

Förderwettbewerb STEP up

Die vierte Ausschreibungsrunde des wettbewerblichen Förderprogramms STEP up! (STromEffizienzPotenziale nutzen) des BMWi hat begonnen. Unternehmen aller Branchen können bis zum 30. Nov. 2017 Projektanträge zur Durchführung von Stromeffizienzmaßnahmen im Wettbewerb einreichen. Gefördert werden bis zu 30 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Den Zuschlag erhalten die Projekte, die die höchste Stromeinsparung je Euro Fördergeld aufweisen.

Pro Jahr gibt es jeweils im Frühjahr und im Herbst eine wettbewerbliche Ausschreibungsrunde. Dabei laufen jeweils zwei unterschiedliche Ausschreibungsarten parallel zueinander:

  • Eine „offene Ausschreibung“ und
  • Eine „geschlossene Ausschreibung"

Die offene Ausschreibung ist technologie- und sektoroffen und steht somit Unternehmen aller Branchen offen.
Die themenspezifische, geschlossene Ausschreibung bezieht sich in dieser Runde auf Trocknungs- und Reinigungsprozesse.
Damit werden erstmals Projekte gefördert, die neben der Stromeinsparung zusätzlich noch auf der Wärmeseite Effizienzverbesserungen erzielen.

KfW-Energieeffizienzprogramm – Abwärme

Rund drei Viertel des Endenergieverbrauchs in Industrie und Gewerbe werden für Prozesswärme benötigt. Ein Großteil davon verpufft jedoch ungenutzt in Form von Abwärme.

Mit dem Abwärmeprogramm fördert das BMWi betriebliche Investitionen in die Modernisierung, Erweiterung oder den Neubau von Anlagen zur Abwärmevermeidung oder zur besseren Abwärmenutzung. Eine veränderte Förderrichtlinie trat zum 1. Sept. 2017 in Kraft. Dies betrifft besonders Maßnahmen zu Prozessoptimierung, Umstellung von Produktionsverfahren auf effiziente Technologien, Dämmung von Anlagen, Rückführung von Abwärme in den Produktionsprozess sowie Verstromung von Abwärme. Auch die Einspeisung betrieblicher Abwärme in Wärmenetze für Heizzwecke ist möglich. Investitionen in diesen Bereichen können mit bis zu 40 Prozent bezuschusst werden.

Bei der Förderung können Unternehmen nun zwischen verschiedenen Optionen wählen: Neben Tilgungszuschüssen in Verbindung mit KfW-Kreditprogrammen können sie auch nach erfolgreichem Abschluss der Maßnahmen einen direkten Zuschuss erhalten. Für den Antrag müssen Unternehmen ein Abwärmekonzept vorlegen, das von einem unabhängigen Energieberater erarbeitet wurde. Auch dieses wird mit bis zu 40 Prozent bezuschusst. Unternehmen, die über ein zertifiziertes Energiemanagement verfügen, können betriebsintern ein Konzept entwickeln.

Seit dem Start des Förderprogramms wurden rund 150 Millionen Euro in Maßnahmen zur Abwärmevermeidung und -nutzung investiert, mit einer jährlichen <abbr title="Kohlenstoffdioxid">CO2</abbr>-Ersparnis von über 100.000 t.

Förderung der Industrie-Forschung

Die Bundesregierung fördert auch Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um die Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen zu steigern. Im Jahr 2016 beliefen sich die Mittel auf rund 33,7 Mio. Euro für 379 Projekte. Im selben Jahr kamen 115 neu bewilligte Projekte mit insgesamt 56,6 Mio. Euro Fördersumme hinzu. Im Fokus der Forschungsförderung stehen dabei immer stärker gesamte Herstellungsverfahren und das energetische Zusammenspiel vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt.

Verknüpfte Projekte

  • Die Fabrik der Zukunft arbeitet flexibel und vernetzt Maschinen und Gebäude energetisch. Die sogenannte Phi-Factory ist nicht nur sehr energieeffizient, sie trägt gleichzeitig dazu bei, das elektrische Versorgungsnetz zu stabilisieren. Die neue Modellfabrik setzt dabei auf einen hohen Anteil erneuerbarer Energien und hilft, Schwankungen des Stromangebots zu glätten. ... mehr

Links

Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz
Weitere Informationen zur "Offensive Abwärmenutzung" des BMWi

Abwärmenutzung
Weitere Informationen zur Abwärmenutzung

BMWi Themenseite Energieeffizienz

Infos zu Forschungsförderung