Aktuell / 23.05.2017

Bundesregierung informiert über Energieforschung

Die Forscher der TU Darmstadt untersuchen am Beispiel der Modellfabrik ETA-Fabrik, wie sie die Energieeffizienz der Industrie optimieren können. Bei diesem Retorten-Kammerofen wollen die Forscher ein Einsparpotenzial von etwa 50 Prozent verwirklichen. © Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) veröffentlicht jährlich zwei Berichte, in denen es Ergebnisse, Strategien und Projekte der Energieforschung vorstellt. Dabei handelt es sich um den Jahresbericht „Innovation durch Forschung“ sowie den „Bundesbericht Energieforschung“.

Der Jahresbericht „Innovation durch Forschung“ gibt einen detaillierten Überblick über Forschung, Mittelverwendung und die Märkte bei erneuerbaren Energien und Effizienztechnologien.

 

Der „Bundesbericht Energieforschung“ deckt das komplette Spektrum der Energieforschung ab. Außerdem informiert er über die Aktivitäten der Bundesländer, der Europäischen Union sowie die internationale Zusammenarbeit.
Bis 2050 sollen in Deutschland die erneuerbaren Quellen mindestens 80 Prozent des Energiebedarfs beisteuern.

 

Durch die Unterstützung der Energieforschung trägt die Bundesregierung dazu bei, die Energieeffizienz zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken. Im vergangenen Jahr förderte sie Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte zur Energieforschung mit rund 876 Millionen Euro. Davon flossen etwa drei Viertel in erneuerbare Energien und Effizienztechnologien.
Im Jahr 2016 wurden 996 Projekte mit 552 Millionen Euro Volumen neu bewilligt. Sowohl die Zahl der Projekte als auch der Etat sind im Vergleich zum Vorjahr noch einmal leicht gestiegen. Dabei liegt die Photovoltaik vor den Themen Windenergie, Industrie und Gewerbe sowie Gebäude und Quartiere. Im Bereich Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe förderte die Bundesregierung 379 laufende Projekte mit rund 33,70 Millionen Euro; 115 Projekte mit insgesamt rund 56,57 Millionen Euro Fördersumme wurden in dem Jahr neu bewilligt.

Erneuerbare Energien und Energiewende fördern

Der Jahresbericht „Innovation durch Forschung – Erneuerbare Energien und Energieeffizienz: Projekte und Ergebnisse der Forschungsförderung 2016“ informiert über das Marktgeschehen in Deutschland und weltweit, sowie über Fortschritte in Forschung und Entwicklung und Strategie der Forschungsförderung. Das Themenspektrum reicht von Windenergie, Photovoltaik und den anderen erneuerbaren Technologien über Kraftwerkstechnik, Brennstoffzelle, Energiespeicher, Stromnetze sowie Gebäude und Quartieren bis zu Industrie und Elektromobilität.

 

Im Forschungsfeld Fertigungstechnik zeigt die im März 2016 an der Technischen Universität in Darmstadt eröffnete ETA-Fabrik am Beispiel einer für die metallverarbeitende Industrie typischen Fertigungskette, wie sich der Primärenergiebedarf reduzieren lässt. Das Demonstrationsvorhaben wird vom BMWi mit rund 8 Millionen Euro gefördert.

 

Mitte April hat das Bundeskabinett den Bundesbericht Energieforschung 2017 beschlossen. Er stellt die Aktivitäten der Bundesregierung innerhalb des 6. Energieforschungsprogramms vor, ebenso die Forschungsförderung der Bundesländer und der Europäischen Union. Er informiert außerdem beispielsweise über das Förderprogramm Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG), das nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) sowie EnEff.Gebäude 2050.

Förderung der Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe

Im Förderbereich „Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen“ fördert das BMWi sowohl technisch als auch thematisch viele unterschiedliche Schwerpunkte. Hier hat das Ministerium 2016 das Forschungsnetzwerk Energie in Industrie und Gewerbe gegründet. Es bündelt die Forschungsaktivitäten in folgenden Forschungsfeldern: Chemische Verfahrenstechnik, Hochtemperatursupraleitung, Tribologie, Fertigungstechnik, Abwärmenutzung, Gas- und Industriemotoren sowie Eisen und Stahl. Diese Forschungsfelder sollen als Schnittstelle zwischen Forschung, Politik und Praxis den wissenschaftlichen Austausch fördern; sie sollen langfristige Forschungskooperationen sowie programmatische Weiterentwicklungen vorantreiben.

Verknüpfte Projekte

  • Das 6. Energieforschungsprogramm schreibt die Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie als Förderschwerpunkt fest. Die Forschungsförderung setzt dabei sowohl auf die kontinuierliche Weiterentwicklung vorhandener als auch auf die Schaffung neuer, noch nicht am Markt etablierter Techniken. ... mehr

Forschungsförderung

Detaillierte Informationen zu einzelnen Projekten bietet das Informationssystem EnArgus; in diesem sind mehr als 24.000 Forschungsvorhaben verzeichnet.